Reibungsverluste mit Genuss: Die Muskatnuss

Von süßlich-bitter bis feurig und pfeffrig hat die Muskatnuss eine Bandbreite oft nicht bekannter Aromen. Schon seit dem Mittelalter kennt man sie auch in unserer Küche. Am ehesten bekannt ist sie dennoch vielen (leider) nur noch fein gerieben als  Prise der bräunlichen Samen bei Kartoffelpüree, helleren Soßen und  Blumenkohl. Und schon dabei wird sie von vielen kaum noch genutzt.

Muskatnuss verfeinert unter anderem auch Lebkuchen,   Gratins, Spinat, Käsegerichte , auch Pasta und vieles mehr.

Botanisch gesehen ist die Muskatnuss  keine Nuss. Stattdessen handelt es sich um den Samenkern einer aprikosenähnlichen Frucht (Beere), die am Muskatbaum heranreift. Der leuchtend rote Samenmantel der Muskatnuss wird Muskatblüte – auch Macis – genannt. Auch er wird getrocknet und seinerseits als  als Gewürz verwendet.

Ursprünglich stammt die Muskatnuss aus Indonesien. Im Mittelalter gelangte sie dann mit dem Gewürzhandel nach Europa und wird heutzutage in vielen tropischen und karibischen Ländern kultiviert.

Der immergrüne Muskatbaum wird bis zu 20 m hoch, in Plantagen  meist nicht höher als 6 m. Seine dunkelgrünen, bis 15 cm langen Blätter sind kurz gestielt, lanzettförmig spitz und ledrig. Der Muskatbaum – es gibt männliche und weibliche Blüten – blüht gelblich weiß. Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich gelbe, pfirsichähnliche Steinfrüchte, die beide Gewürze des Muskatbaumes enthalten: Die Muskatnuss – botanisch handelt es sich um eine einsamige Beere – steckt in einer glatten holzigen Schale. Die wiederum ist von einem ledrigen, leuchtend-karmin- bis violettroten geschlitzten Samenmantel umgeben, der Muskatblüte. Der Samenmantel wird sorgfältig entfernt und wie die Nuss getrocknet. Entfernt man die Schale, kommen bräunliche Samen mit netzartiger Oberfläche zum Vorschein: Sie sind meist 20 bis 25 mm lang, etwa 4 g schwer und im Querschnitt typisch marmorisiert. Die Muskatblüte verblasst beim Trocknen und wird orange bis gelbbraun. Im Ganzen ist sie 3 bis 4 cm lang.

Sie bekommen die Muskatnuss  ganzjährig im Handel erhältlich. Kaufen Sie nicht die gemahlene Muskatnuss, sondern ganze Muskatnüsse und reiben Sie diese selbst frisch,damit das von der Menge sparsam zu dosierende Gewürz nicht während der Aufbewahrung in Ihrem Gewürzregal zu sehr an Aromen verliert.

Fein gerieben eignet sich die Muskatnuss besonders für Suppen und helle Soßen, Blumenkohl und Kartoffelpüree und harmoniert gut mit Käse. Auch in winterlichen Gewürzmischungen finden Sie häufig Muskatnuss. Tipp: Muskatnuss sparsam verwenden und erst kurz vor Ende der Garzeit zugeben, damit das Aroma erhalten bleibt.

Bewahren Sie die Muskatnuss am besten dunkel und luftdicht verpackt auf.

Muskatnuss gilt  unter anderem auch als Schlaf- und Beruhigungsmittel : Eine kleine Prise Muskatnuss soll die schlaffördernde Wirkung einer heißen Milch mit Honig verstärken, ausserdem Nerven stärken und die  Verdauung  anregen. Die ätherischen Öle der Muskatnuss wirken schmerzlindernd und können bei Rheuma und Gelenkschmerzen zum Einsatz kommen.

Aber Achtung: Muskatnuss enthält das giftige Safrol, das zu Leber- und Nierenschäden führt. Bei der üblichen Verwendung als Gewürz ist Muskatnuss aber ungefährlich. Erst ab 4 g Muskatnuss – das entspricht etwa einer ganzen Muskatnuss – kann es bei Erwachsenen zu Schwindel und Rauschzuständen kommen. Und: Bei Kleinkindern kann diese Menge schon zu lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen führen!

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One comment

  1. Bei Jugendlichen scheint sich der Trend herauszubilden das Gewürz Muskat als Droge zu verwenden. Doch schon leichte Überdosierungen haben schwere Vergiftungserscheinungen zu Folge und können im schlimmsten Fall sogar zum Tode führen. Dies sollte einen zumindest nicht davon abhalten die Muskatnuss als Würzmittel zu verwenden, da die ätherischen Öle dieser Nuss es in sich haben und man größere Mengen sofort rausschmecken würde, da das Essen in dem Fall ungenießbar wäre. (Quelle: ProSieben)


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