Brennessel

Taubnessel und Brennessel © Liz Collet

Brennnessel (Wissenschaftlicher Name: Urtica dioica L.)

Schon im Altertum wurde die Brennnessel sehr ausführlich beschrieben und als Heilmittel genutzt. Sie galt als menstruationsfördernd, erweichend, wind- und harntreibend, gut gegen Hundebisse, krebsartige Geschwüre, brandige Wunden, Furunkel, Geschwülste, geschwollene Drüsen, Verrenkungen, Nasenbluten, Milzbeschwerden, Brustfell- und Lungenentzündungen, Asthma, Hautgrind und Mundkrankheiten.

Brennnesselkraut besteht aus den während der Blüte gesammelten frischen oder getrockneten oberirdischen Teilen der Pflanze sowie deren Zubereitungen. Die Pflanze ist ein homöopathisches Mittel. Medizinisch verwendet werden frische und getrocknete blühende Pflanzen und die Wurzeln.

Kraut und Blätter
Innere Anwendung: Erschwertes Wasserlassen bei Prostataadenom I-II, Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege sowie vorbeugend bei Nierengrieß.
Äußere Anwendung: als Adjuvanz bei rheumatischen Beschwerden.
Volksmedizin: Innerlich als „blutbildendes“ Mittel, als entwässerndes Mittel, bei Arthritis, Gelenk- und Muskelrheumatismus, als Bestandteil diabetischer Tees; äußerlich zur Pflege der Haare und der Kopfhaut gegen zu fettiges Haar und Schuppen. Die Wirksamkeit bei den volksmedizinischen Anwendungen ist nicht belegt. Vor der Verwendung diabetischer Tees wird ausdrücklich gewarnt.

Wurzeln
Innere Anwendung: Erschwertes Wasserlassen bei Prostataadenom I-II
Volksmedizin: bei Ödemen, Rheuma, Gicht und Prostatitis. Die Wirksamkeit für die volksmedizinischen Anwendungen ist nicht belegt.

Dosierung

Kraut und Blätter: Innere Anwendung: Tagesdosis: 8-12 g Droge; auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (mindestens 2 l/Tag).
Tee: 1,5 g fein geschnittenes Kraut mit kochendem Wasser ziehen lassen, zur Wasserausschwemmung mehrmals täglich 1 Tasse trinken. Äußere Anwendung: Tinktur/Spiritus (1:10)

Wurzeln: Tagesdosis: 4-6 g Droge
Tee: 1,5 g Droge in beliebig viel Wasser

Wirkung und Nebenwirkungen

Kraut und Blätter: Aus der Forschung ist bekannt, dass die frischen Blätter Acetylcholin, Serotonin und Histamin enthalten. Der Presssaft wirkt bei Ratten entwässernd. Im Tierversuch wurde auch ein lokalanästhesierender und schmerzlindernder Effekt beobachtet. Bei Menschen liegt zur entwässernden Wirkung nur eine ältere, nicht-kontrollierte Studie an 34 Patienten vor, bei denen in der Mehrzahl ein deutlicher Effekt beobachtet wurde. Ein signifikanter Effekt als Mittel gegen Arthritis wurde in einer placebokontrollierten und zwei offenen Studien an insgesamt 1600 Patienten nachgewiesen.

Wurzeln: Studien belegten bei Patienten mit gutartiger Prostata­vergrößerung, Prostataadenomen und verwandten Beschwerden in der großen Mehrheit eine signifikante Verbesserung von Harnfluss, ausgeschiedener Urinmenge und Befindlichkeit. Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge sind nicht bekannt. Als Nebenwirkungen der Einnahme können gelegentlich leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Die Droge mildert nur die Symptome einer vergrößerten Prostata, behebt aber nicht die Ursache.

Anwendung in Lebensmitteln

Kraut und Blätter: Die Blätter werden als Ersatz für Spinat besonders im Frühling gegessen und wegen ihrer entwässernden und “blutreinigenden” Eigenschaften geschätzt. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, ferner Serotonin, Acetylcholin und Histamin. Neben den entwässernden Eigenschaften und einer positiven Beeinflussung der Symptomatik bei Prostataadenomen erwies sich die Brennnessel als antirheumatisch und antiarthritisch wirksam. Ferner wurden antiallergische, krampflösende und schwach blutdrucksenkende Aktivitäten beschrieben.

Quelle: Drachenapotheke Murnau

Bitte beachten Sie, dass die Artikel dieses Posts keinen ärztlichen Rat darstellen und niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können

Bildquelle: Taubnesselblüte und Brennessel  © Liz Collet

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