Schwarzer Radi {Schwarzer Rettich}

© Liz Collet

Kennen Sie schwarzen Radi, auch Winterradi oder Schwarzer Rettich genannt?
Er ist nicht immer leicht zu bekommen, vor allem nicht in den gängigen Supermärkten. Auf Bauern- und Wochenmärkten eher. Er gilt vielen als altes Hausmittel gegen Erkältungen, Grippe und Bronichitis, auch zur Vorbeugung und als Hustenmittel. Er gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse.

Die Herkunft des Schwarzen Rettichs wird im östlichen Mittelmeergebiet angesiedelt, schon 2.500 v. Chr. soll er in Ägypten bekannt gewesen sein. Er wurde in Europa und Nordamerika angebaut  und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts durchaus beliebt, verschwand dann aber allmählich. Erst neuerdings entdeckt man ihn langsam wieder über den “Umweg” der Renaissance  „alter“ Gemüsesorten (dazu auch das folgende Video hier)

Schwarzer Radi © Liz Collet

Schwarzer Radi © Liz Collet

Man schneidet die Kappe an der “dicken” Seite ab, höhlt ihn mit dem Melonenausstecher aus, sticht mit einem Schaschlikspiess ein Loch in die “Wurzelseite” und füllt die ausgehöhlten und klein geschnittenen Radi-Stücke mit Kandis gemischt in den Radi zurück. Dann legt man ihn auf ein Glas und die Kappe auf ihn. Binnen eines Tages tropft der süss schmeckende Sirup aus dem schwarzen Radi und kann dann in ein Fläschchen gefüllt werden. Wenn Sie braunen Kandis nehmen, ist er braun, nehmen Sie weissen Kandis entsteht ein klarer Saft. Geschmacklich sind beide süß – und nicht scharf, wie Sie vielleicht bei Rettich erwarten würden.

Rezepte für Gerichte mit schwarzem Radi findet man leider eher selten. Schade, dass er auf keiner gastronomischen Speisekarte zu finden ist. DAS fände ich mal ein echtes Gemüse- und Suppenschmankerl, mit dem sich regionale Küchen der Restaurants mit wirklichen Highlights bereits bei den Suppen auf der Speisekarte oder in vegetarischen Speiseangeboten von anderen Restaurants abheben würden. Geht es Ihnen nicht auch so, dass Sie auf der Karte vielfach nur immer und immer wieder dieselben “Suppenklassiker” zu lesen und serviert bekommen? Nichts gegen Gulaschsuppe (wenn sie hausgemacht ist), Pfannkuchensuppe, Markklösschensuppe oder Leberknödelsuppe – mag ich alle. Aber wenn Sie in jedem Gasthof immer und immer dieselben Suppen bekommen, wird’s fad. Erst recht, wenn sie auch als Convenience Produkte aus deren Küchen kommen.

Wie man eine “Weisse Suppe von Scharzem Radi” zubereitet können Sie hier lesen, danach geht das Rezept folgendermassen:

Radisuppe mit Kresse
(Weiße Suppe vom schwarzen Radi)

70 gr. Zwiebel in feinen Streifen
300 gr. schwarzer Radi, ohne Schale, in Würfel
30 gr. Butter
30 gr. Champignons blättrig geschnitten
500 ml. Gemüsefond
60 gr. Sauerrahm
60 gr. Obers (Schlagsahne)
30 gr. kalte Butterwürfel
Salz, Cayenne, Muskat, Zucker
Kresse

Die Zwiebel und Champignons in Butter farblos anschwitzen, die Radiwürfel dazu geben, würzen, kurz durchschwenken bis der Radi sein Aroma entfaltet und mit dem Fond aufgießen. Bei kleiner Hitze 20 Minuten kochen, Obers und Sauerrahm dazugeben und weitere 5 Minuten kochen. Anschließend die Suppe und die kalten Butterwürfel im Bechermixer mixen, passieren und abschmecken. Vor dem Servieren die Radisuppe mit dem Stabmixer schaumig schlagen. Anrichten und mit reichlich Kresse bestreuen. Einlagenempfehlung: Selchfleischpofesen oder Selchfleischknödel

BASISZUTATEN: Oliven- und Pflanzenöl, Obst- und Balsamico-Essig, Butter, Mehl, Salz, Pfeffer, Gewürze, Zucker, Senf, Sojasauce, Zitrone, Weiß- und Rotwein, Zwiebeln, Knoblauch, Sahne, Brühe.

Bildquelle: SCHWARZER RADI UND KANDIS und Schwarzer Rettich mit Kandis

Bitte beachten Sie, dass die Artikel dieses Posts keinen ärztlichen oder gesundheitlichen Rat darstellen und niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können oder wollen.

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