Hopfen {Humulus lupulus}

Hopfen (Wissenschaftlicher Name: Humulus lupulus)

……..ist neben Malz, Hefe und Wasser nach dem Reinheitsgebot die eine der Zutaten, die Bier enthalten soll. Der Hopfen ist es, welcher dem Bier sein charakteristisches bitteres Aroma verleiht und zugleich die  Haltbarkeit fördert.  Hinweise auf das Bierbrauen sind in vielen frühen Kulturen wie bei den Ägyptern oder den Sumerern zu finden.

Die Verwendung von Hopfen in der Bierbrauerei und als Heilpflanze kann aber erst seit dem Mittelalter in Quellen belegt werden.  Zunächst bei Gallen- und Leberleiden angewandt, erkannte man in der Folgezeit auch die beruhigende und schlaffördernde Wirkung der Pflanze. Welche Inhaltsstoffe genau verantwortlich sind für die medizinische Wirkung ist nicht eindeutig geklärt, jedoch findet Hopfen heute als mildes, natürliches Schlaf- und Beruhigungsmittel in der Pharmazie.

Hopfen ist eine Kletterpflanze aus der Familie der Hanfgewächse. Die mit Kletterhaaren besetzten Triebe erreichen eine Höhe von bis zu 6 Metern, in Kulturen sogar über 10 Meter. Die männlichen Blüten sind eher unscheinbar und rispenartig, während die weiblichen Blüten Scheinähren ( Dolden) bilden. Diese sind mit kleinen Drüsenschuppen übersät, die das Lupulin, das Hopfenbitter enthalten.

In der Landwirtschaft verwendet man daher nur die weibliche Pflanze. Der Hopfen kommt in seiner Wildform in Europa, Asien und Nordamerika vor, wird aber nur in einzelnen Regionen im großen Maßstab landwirtschaftlich angebaut, in Deutschland zum Beispiel in der bayerischen Hallertau oder in der Bodenseeregion.

Im Frühjahr legt man die jungen Triebe um eine Kletterhilfe und sie wachsen bis Juli auf ihre volle Höhe an, teilweise bis zu 30 cm pro Tag. Wenn die Ähren reif sind, wird im August bzw. September geerntet.

Aufgrund der beruhigenden und schlaffördernden Wirkung wird Hopfen als natürliches, mildes Beruhigungsmittel eingesetzt, meist in Kombination mit anderen natürlichen Sedativa, zum Beispiel Baldrian. Man verwendet nur die Bestandteile der weiblichen Blüten, da diese Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle enthalten. Er findet nnere und äußere Anwendung bei Unruhe, Angstzuständen und Schlafstörungen

Innere Anwendung:
Teezubereitung: 2 Teelöffel Hopfenzapfen mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, 2-3 Std. ziehen, abgießen
Fertige Teemischungen bzw. Fertigarzneimittel bitte entsprechend der Packungsbeilage anwenden

Äußere Anwendung:  Hopfenkissen mit getrockneten Blüten,Fertige Badezusätze

Anwendung beim Bierbrauen Die getrockneten weiblichen Blüten sind seit dem Mittelalter wichtiger Bestandteil der Bierproduktion.

Quelle: Drachenapotheke Murnau – Heilpflanzenlexikon der Drachen-Apotheke im Tengelmann Center in Murnau

Ein interessantes Rezept, bei dem zum Backen von Brot Hopfen als Zutat verwendet wird, findet man bei den  GU-Küchengöttern

In der Hallertauer Liqueurmanufaktur Lutzenburger findet Hopfen nicht nur in Bier als Zutat Verwendung, sondern in Likör,  Senf und sogar Pralinen und Schokolade. Beim Blick in den dortigen Onlineshop werden Sie auch noch weitere Produkte entdecken, in denen Hopfen Zutat ist.  In der Spirituosen-Manufaktur “Munich Distillers” hat man jüngst mit dem “Monaco Wodka” ein weiteres Produkt mit Hopfen produziert. Darüberhinaus wird auf der Grundlage von gebrauten Bier auch weiteres hergestellt, wie zB bei dem König Ludwig Bierbrand , eine besondere Spirituose aus dem Hause Lantenhammer, die in Kooperation mit der bayrischen Brauerei König Ludwig produziert wird. Der Bierbrand wird aus dem beliebten, dunklen König Ludwig Bier gewonnen. Dafür muss das noch frische Bier unverzüglich destilliert werden. Danach lagerte der preiswerte Brand für ca. 2 Jahre im Eichenfass.

Rezepte mit Bier finden Sie von Vorspeisen über Hauptgerichte bis zu Desserts in Hülle und Fülle.

Zu Rezepten mit Bier demnächst ein eigener Beitrag im Foodblog.

Einen Tipp zu einem lohnenswerten kulinarischen Ziel jedoch schon an dieser Stelle vorab: Den Brauereigasthof Schäffler im Allgäu, der seit 1468 Erwähnung findet.

Dort verwöhnt man Gäste nicht nur mit Produkten aus dem Projekt LandZunge, sondern auch mit einer Vielzahl von kulinarischen Verführungen bei den Gerichten, in denen auch Bier eine Rolle spielt. Interessant ist dabei neben der Historie des Brauereigasthofes auch die Schaubrennerei und die Möglichkeit des Blickes hinter die Kulissen bei Besichtigungen und Bierproben.

Zur Brauerei und weiteren Infos mehr auch hier.

Bildquelle:

Bitte beachten Sie, dass die Artikel dieses Posts keinen ärztlichen oder gesundheitlichen Rat darstellen und niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können oder wollen.


3 comments

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