Wollblume, Königskerze {Verbascum phlomoides}

Früher habe man die Königskerze mit Pech und Teer bestrichen und sie als Fackel oder Lampendocht benutzt, liest man. Darauf  soll auch  der  deutsche Name der Pflanze beruhen.    Odysseus soll sie eingenommen haben, um sich vor den Einflüsterungen der Zauberin Circe zu schützen.

An Maria Himmelfahrt findet man die leuchtend gelben Blüten in  jedem geweihten Kräuterbund.   Auch für alte  Wetterregeln  soll man darauf geachtet  haben, wie die   Blüten sich zeigen  und damit  früheren oder späteren Schnee im  Bauernjahr erkennen lassen. Interessant  beispielsweise auch getestet in diesem Beitrag des BR.

Wie es genau geht, erklärt der Benediktbeurer  Josef  Haslinger hier

Als Heilpflanze soll  die  Königskerze  schon in der altgriechischen Volksmedizin bekannt und von Hippokrates empfohlen worden sein,  um die Wundheilung zu unterstützen. Plinius der Ältere erwähnte die Wurzeln als Arznei gegen zahlreiche Leiden wie Durchfall, Krämpfe, chronischen Husten und Zahnschmerzen, und Hildegard von Bingen nannte sie als Heilmittel gegen „traurig Herz“ an. In späteren Kräuterbüchern fehlt die Königskerze oftmals,  erst  Risler und Kneipp entdeckten sie  im 18. und 19. Jahrhundert wieder.

Sie  sollen unter  anderem bei Krämpfen, Schwellungen und Wunden helfen.  Später entdeckte  man, dass sie sich heilsam auf die Atemwege auswirke.

Unter der Zahl der Königskerzenarten werden drei als Arzneimittel verwendet:

  • die großblumige Königskerze (Verbascum densiflorum)
  • die gemeine (Verbascum phlomoides)
  • und die kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus).

Sie erreichen eine Höhe bis zu 2 m und sind zweijährig.

  • Die großblumige Königskerze hat  einen wollig behaarten Stängel und  große gekerbte, grauweiss  aussehende Blätter. Die intensiv leuchtendgelben Blüten stehen an  langen Blütenständen.
  • Anders die  gemeine Königskerze: Sie hat  ganzrandige Blätter und flachere Blüten.
  • Und die kleinblütige Königskerze hat kürzer gestielte und kleinere Blüten.

Alle drei Arten gehören zu den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae). Sie blühen zwischen Juli und September.

Königskerzenarten sind  fast in ganz Europa, in Nordasien und in Nordafrika zu finden  und bevorzugen  sandigen Untergrund.

Als Arznei werden Königskerzenblüten verwendet. Sie enthalten zu etwa drei Prozent Schleimstoffe. Daneben kommen sogenannte Iridoide vor, zum Beispiel die Substanzen Aucubin und Catalpol. Außerdem finden sich Triterpensaponine, unter anderem der Stoff Verbascosaponin.

Für die Wirkungen der Königskerze sind die Schleimstoffe und die Triterpensaponine verantwortlich. Die Schleimstoffe legen sich wie eine Art schützender Film über die Schleimhaut in Mund und Rachen. Dadurch beruhigen sie diese und lindern Halsschmerzen ebenso wie trockenen Reizhusten. Die Saponine sollen dagegen zähes Sekret lösen, das sich in den Atemwegen festgesetzt hat.

In vielen Teemischungen finden Sie Königskerzenblüten als eine von mehreren Zutaten,  wie beispielsweise im  “Schietwettertee” dieses Shops.

Einen Tee aus Königskerzenblüten, wie er pur im Bild zu sehen ist, erhalten Sie in Apotheken. Er ist  auch in Heilteemischungen zu finden. Ein Tee aus Königskerzenblüten  kann Beschwerden lindern, die eine Erkältung hervorruft. Wenden Sie diesen – wie generell  bei Arznei- und Heilmitteln aber nicht ohne fachlichen Rat zu Dosierung und Anwendung von Apotheker oder Arzt an.

Wichtig:

Schwangere und Stillende sollten Königskerze vorsorglich nicht anwenden.

Erwähnung findet die Königskerze auch in Rezepten für Blütensirup-Zubereitungen wie beispielsweise hier

und   Blütenlikör-Rezepten. Und als Zutat für Blütenbutter beispielsweise in dieser Zusammenstellung von Informationen über Königskerzen [PDF]der schweizerischen EGK  Gesundheitskasse.

Bitte beachten Sie, dass die Artikel dieses Posts keinen ärztlichen oder gesundheitlichen Rat darstellen und niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können oder wollen.

Quelle:

Bildquelle:

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