Bittere Kräuter und Pflanzen – unterschätzte Zutaten?

Eine Reihe von Lebensmitteln werden von vielen Menschen weniger gern als Zutaten in der Küche verwendet, weil sie deren leicht bitteren Geschmack scheuen. Endivien, Chicoree und Radicchio sind bei Salaten solche Beispiele. Erstaunlicherweise werden bei Getränken wie Aperol, Campari und auch beim Magenbitter und Kräuterlikören und -schnäpsen diese nicht verschmäht – im Gegenteil nach dem Essen getrunken, weil sie gesund seien (heisst es) und Vollegefühl oder Sodbrennen verhindern oder bei fettem Essen helfen sollen.

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Schwedenbitter wird aus alkoholischen Auszügen aus Angelikawurzel, Enzian, Arnika, Blutwurz, Kalmus, Safran, Arzneirhabarber und anderen Zutaten hergestellt.

Bitterstern ist eine Mischung aus gepulverten Bitterkräutern, zu denen Bibernellwurzel, Wermut, Schafgarbe, Wacholder und weitere Gewürze gehören.

Sinnvoller wäre, den Körper nicht auch noch mit Alkohol nach fettem oder sonst weniger leicht verdaulichem Essen zu belasten, sondern sich bereits bei der Wahl der Zutaten und bei der Verwendung auch bitterer Kräuter und Gewürze die Bitterstoffe zunutze zu machen, die gesunde Wirkungen haben. Nicht nur sauer macht redensartlich lustig, auch bitter hat diese Wirkung, ist gesund und kann auch den Heisshunger zügeln.

Mehr über die Wirkung von Bitterstoffen lesen Sie auch hier.

Radieschenkresse und Rucolakresse © Liz Collet

Viele Lebensmittel wurden durch Züchtung inzwischen in ihrem Bittergeschmack reduziert und schmecken nicht mehr ganz so bitter, wie früher. Es hat sich inzwischen herumgesprochen dass Artischocken für die Leber hilfreiche Wirkungen hat. Sie sollten wie Chicorée, Radicchio, Rucola und Frisée als Salate ruhig öfter den Speisezettel bereichern. Im Frühjahr sind sie zudem gut, um den Körper aus der Frühjahrsmüdigkeit zu wecken.

Kostenlos zu bekommen ist ganz gewöhnlicher Löwenzahn von der Wiese oder aus Ihrem Garten. Gleichwohl wird solcher nach wie vor verschmäht. Dabei sind beim Löwenzahn nicht nur die Blüten ein Genuss, sondern auch gerade die Blätter frisch wie getrocknet gesund und Löwenzahn auch als Gemüse schmackhaft.

Ihn links liegen zu lassen wird sich vielleicht erst ändern, wenn er im Handel als  Löwenzahn aus Kultur oder Italienischer Löwenzahn, auch Catalogna bezeichnet, teuer bezahlt werden muss. Und bei spezialisierten Gemüsehändlern als ausgefallenes Gemüse angeboten oder auf Speisekarten von Gourmetrestaurants  – wie so oft bei Lebensmitteln – als Hypes und Trends von Lebensmitteln.

im Süden wird der Löwenzahn hingegen jährlich bereits im Frühjahrerwartet und geschätzt als Salat, als Spinat, als Gemüse, in der Lasagne und anderen Rezepten. Im Mittelmeerraum gelten bittere Gemüse und Bitterkräuter  als geschätzte Zutaten täglicher Kost. Die UNESCO hat die Mittelmeerkost  zum immateriellen Weltkulturerbe erhoben.

Sie scheuen das Sammeln von Kräutern auf der Wiese? Sie kennen sich nicht gut genug aus? Dann lassenSie sich doch einmal auf die Wiese ver.führen. Hier im Blauen Land gibt es dazu auch in diesem Jahr wieder eine Reihe von Angeboten mit fachkundigen Experten und sogar für Kinder. Ähnliche Angebote gibt es auch in anderen Regionen, von Landfrauen und Naturführern und Heilkräuterexperten.

Sie haben hygienische Bedenken wegen Hunden oder anderen Tieren auf Wiesen, zB? Sie können viele Kräuter ebenso wie im Garten auch auf dem Balkon ziehen und pflanzen.

Wermutkraut © Liz Collet

Wermutkraut © Liz Collet

Nutzen Sie diese auch einmal, um  echtes Bitterkraut wie Wermut in ihren Kräutergarten aufzunehmen. Experten empfehlen, hin und wieder ein Blättchen davon ins Essen zu mischen, als Tee zu brühen oder – wenn Sie das mögen – einen Bitterlikör damit anzusetzen.

Kandidaten für Ihren Kräutergarten und Balkon sind auch  Rosmarin, Beifuß, Eberraute, Bohnenkraut und  Kalmus. Auch können Sie in einem grossen Blumenkübel  Hopfen an einer Pergola oder Stellage hochranken lassen.

Tausengüldenkraut eignet sich zum Beispiel auch als aparter Augenfang für Stein- und Naturgarten.

Schöne Stauden sind Mariendistel und Benediktendisteln, die beide in der Heilkunst wegen ihrer Bitterstoffe hochgeschätzt sind.

Wenn Sie im Zimmer Töpfe am Blumenfenster nutzen wollen, pflanzen Sie doch einmal ein schönes Stück Ingwer in einen Topf mit lockerer Erde.

Rat und auch Zutaten wie Wermut oder Löwenzahn und andere getrockente Zutaten und Tipps für Tee damit und Dosierung erhalten Sie auch beim netten Apotheker Ihres Vertrauens und um die Ecke. Fragen Sie diesen doch einfach mal danach.

Und mehr zum Thema Bitterpflanzen und bittere Kräuter erfahren Sie aktuell beispielsweise auch  in

Bitte beachten Sie, dass die Artikel dieses Posts keinen ärztlichen oder gesundheitlichen Rat darstellen und niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können oder wollen.

Bilder und Links zum Thema

 

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