Meerrettich – Kulinarischer Genuss und Tipp für die Stärkung der Immunabwehr {TV-Tipp WiB, BR}

Meerrettich© Liz Collet

Meerrettich© Liz Collet

Nicht die Blätter sind es, die im Bild zu sehen der interessante Teil jener Pflanze sind, sondern ihre Wurzel ist es: Der Meerrettich. An seinen Blättern aber können Sie ihn manchmal auch in der Natur erkennen und entdecken, hie und da ist er wild wachsend zu finden.

Mit Meerrettich die Abwehrkräfte aktivieren? Das ist eines der Themen, über welche die Kräuterexpertin Monika Engelmann in der Sendung

 plaudert, wenn es um die Stärkung des Immunsystems in der herbstlichen Jahreszeit geht. Dazu helfen bekanntlich neben körperlicher Aktivität  ausreichender und erholsamer Schlaf, abhärtende Saunagänge mit kalten Güssen sowie bewusste und ausgewogene Ernährung, d. h. viel frisches Obst und Gemüse. Dabei sollen Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße in einem guten Verhältnis zueinanderstehen.

Und wenn Sie etwas extra tun wollen, dann soll unter anderem eine sog. Meerrettich-Kur gut tun.

Bei dieser essen Sie über mindestens drei Wochen täglich 1 TL frisch und fein geriebene Meerrettichwurzel.

Drei Wochen !? ….werden Sie nun vielleicht sagen – das kann doch keiner, ohne davon schnell mehr als genug zu haben?!? Keine Bange, ich habe Ihnen im Folgenden einige wunderschöne Anregungen zusammengestellt für Gerichte und Rezepte, bei denen Sie problemlos diese Dosis mit Genuss im Speiseplan unterbringen können. Und nach denen Ihnen zweifellos ungezählte eigene Rezeptideen einfallen oder Gerichte wieder in den Sinn kommen, die Sie damit wieder einmal zubereiten mögen.

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Das Reiben frischen Meerrettichs ist nicht jedermann’s Sache, denn gerade die  hilfreichen scharfen ätherischen Öle des Meerrettichs reizen Augen und Nasenschleimhäute. Man liest – wie bei Zwiebeln – hie und da den Tipp, beim Reiben eine Taucherbrille aufzusetzen. Ob das hilft, vermag ich nicht zu sagen, ich habe es nicht ausprobiert, sondern reibe Meerrettich sehr gern und ohne solche am Arbeitsplatz in der Küche neben dem offenen oder lüftendem Fenster und verwende ihn ohnehin regelmässig sehr gern. Meerrettich aus dem Glas kommt bei mir nur selten und wenn dann nur der ohne “Sahne” aus dem Glas zum Einsatz. Der frisch geriebene Meerrettich ist einfach unschlagbar für mich:

Zum Beispiel vermengt mit etwas Frischkäse als “Scharfmacher” für Blinis wie hier in Merrettich macht Blinis scharf; anstelle der Blinis passen ebensogut Rösti.Und vermengt mit etwas Frischkäse und Kräutern ist er bereits eine feine vegetarische Füllung für herzhafte Pfannkuchen. Ob Sie diesen dann noch andere Zutaten hinzufügen, wie klein gewürfelte Tomaten, Zucchini, Aubergine, Gurke, Erbsen, Radicchio, Wirsing, Apfel, Birne oder was der Garten und das Vorratskammerl oder die Resterl aus dem Kühlschrank dazu nach Tages- und Jahreszeit spendieren, ist Ihrer Lust, Laune und persönlichen Vorlieben und Fantasie überlassen.

Aber auch als Brotaufstrich, mit Joghurt oder Sauerrahm zu Salz- oder Pellkartoffeln oder zu Bratkartoffeln. Zu Fleischpflanzl mag ich ihn besonders gern abwechselnd mit Senf oder Kräuterdips als Meerrettich pur oder vermengt mit Schmand oder Joghurt. Kombiniert mit Apfel gehört Meerrettich bei mir zu vielen Rezepten als absolutes Favorite. Eines der Beispiele dafür ist etwa mein Rezept dieser Räucherforelle mit Apfel-Meerrettich-Mousse.

Bei diesem gebratenen Zander an Gemüsen und dreierlei Mousse (aus Petersilienwurzel, Roter Beete und Erbsen im Hintergrund, hier einzeln zu sehen:Rote Beete Mousse, Erbsenmousse und Petersilienmousse) habe ich in der Mousse mit Petersilienwurzel einen Hauch frisch geriebenen Meerrettichs hinzugefügt.

Gerade die Kombination mit Apfel ist Genuss pur: Da kann er mit Walnüssen und Apfel dann auch gern mal auf der selbstgemachten Pizza landen, wie bei der Apfel-Walnuss-Speck-Pizza. Deren geradezu kinderleichtes Rezept lesen Sie übrigens hier.

Aber auch für leichte Rezepte von Eiersalat (gekochte Eier, Apfel, Senf, Klecks Joghurt, frisch geriebener Meerrettich, Prise frisch gemahlener Pfeffer und frisch gemahlene eigene Currymischung) ist er nicht nur ein tolles Gewürz, sondern erspart durch seine Würze auch weitgehend Salzzugabe.

In St. Johann werden übrigens Eier paniert und mit Brennnessel-Spinat und aufgeschlagenem Krenschaum serviert. Dazu muss man nicht in die Steiermark fahren und auch nicht bis Ostern warten. Anstelle von Brennesseln, die ich gern für vielerlei Rezepte im Frühjahr und Frühsommer verwende, kann man im Laufe des Jahres stattdessen andere Gemüse und Kräuter verwenden, wie Radieschen- oder Kohlrabigrün, Mangold, Blattspinat oder Feldsalat beispieslweise.

Gar nicht fehlen darf er natürlich beim Tafelspitz. Und überhaupt passt er perfekt zu Kalb- , wie auch Rindfleisch – ob zum Boeuf à la Mode (Böfflamott), zur Rinderzunge, zum zarten Wadenfleisch, zum Entrecôte, zum Rumpsteak, Lendenfilet, Rindergoulasch oder auch bei Innereien wie zB dem Kalbsherzragout mit Wurzelgemüse in diesem Rezept. Überhaupt lässt er sich bei Wurzelgemüsen gut kombinieren, gern auch beispielsweise bei Petersilienwurzeln als Salat oder zu Pasta-Rezepten mit diesen.

Pur oder wenig Schmand oder Joghurt vermengt passt Meerrettich aber auch recht gut anstelle von Butter (oder Margarine, die ich nicht verwende) als Brotaufstrich zu Schinken, Wurst, (kurz) gebratenem Fleisch, Braten, zu Räucher- und anderem Fisch und auch zu Salat (Tomate, Gurke, Feldsalat, Portulak, Brunnenkresse) und Gemüse (wie Karotten, Petersilienwurzel, Lauch, gegrilltem oder gedünstetem Kürbis, roter Beete).

Auch zu kaltem Braten oder Fleisch – auf Salat oder Brot oder wenn Sie diese in Sülzen und Aspik weiterverwenden und -verarbeiten etwa – ist er von Lamm über Wild, Schwein und Geflügel – vielfältig verwendbar.

So passt er auch gut zu Pressack.

Zu Suppen und Saucen lässt er sich gut in diesen verwenden, sollte aber dann erst zu guter Letzt untergemengt werden, um die kostbaren Wirkstoffe zu erhalten oder frisch darüber gerieben werden. So etwa bei der Petersilienwurzelsuppe mit Schweinezunge, wo Sie ihn als Klecks mit etwas Crème fraiche oder Schmand vermengt von mir serviert finden.

Und auch bei dieser Riesling-Räucheraal-Suppe Back 2 Roots mit Kerbel können einige wenige Raspeln von Meerrettich einen tollen “Kick” an Aroma hinzufügen.

Wenn Sie Mehlspeisen lieben, versuchen Sie doch einmal herzhafte Buchteln an einer Meerrettichschaum-Sauce mit kross gebratenen Speckwürfelchen oder einigen gebratenen Waldpilzen wie Steinpilzen, Reherl (Pfifferlingen) oder anderen Wildpilzen zu einem Feldsalat oder Endivien.

Meerrettich enthält u. a. ätherische Öle, Senföle und Vitamin C. Diese immunstimulierenden und antibiotisch wirkenden Inhaltsstoffe machen ihn zu einer interessanten Heilpflanze. Meerrettich wird in der Volksheilkunde neben Anregung der Abwehrkräfte auch bei Bronchitis sowie Infektionen der Niere und ableitenden Harnwege angewendet.

Übrigens können Sie Meerrettich auch selbst anbauen. Andreas Modery empfiehlt dazu wie folgt vorzugehen: Legen Sie die Meerrettichwurzeln in einem Abstand von 40 bis 50 Zentimetern schräg in die Erde. Die Kopfenden sollten ca. fünf Zentimeter tief unter der Erde sein, die Wurzelenden zehn Zentimeter. Da Meerrettich sehr stark wuchert, ist es sinnvoll, ihn in einem Topf in die Erde einzugraben. Vergessen Sie nicht, Löcher in den Topf zu bohren, um das Entstehen von Staunässe zu vermeiden. Meerrettich benötigt nährstoffreiche, sandig-lehmige Erde. Am besten ist ein Platz in der Nähe des Komposthaufens im Schatten oder Halbschatten. Zusätzlich sollten Sie ihn mit reifem Kompost düngen. Von Herbst bis zum Frühjahr (Regel: in allen Monaten, die ein “R” enthalten) können Sie dann die Wurzeln ernten. Verwenden Sie aber nur einjährige Wurzeln. Ältere schmecken holzig.

Wenn Sie Glück haben, kennen Sie aber vielleicht auch jemanden, der – wie Schwammerlsucher ihre Geheimtipps für die besten Pilzstellen kennen – weiss, wo Meerrettich wild wächst. Anschauen können Sie es sich auch in diesem Beitrag, in welchem Schülern der Anbau gezeigt wird.

Links, die für Sie interessant sein könnten:

 

Bildquellen: Meerrettich© Liz Collet und

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5 comments

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